Niall Ferguson

Milbank Family Senior Fellow an der Hoover Institution, Stanford University

Niall Ferguson ist Senior Fellow der Hoover Institution an der Stanford University und Senior Faculty Fellow des Belfer Center for Science and International Affairs in Harvard. Zudem lehrt er als Gastprofessor an der Tsinghua Universität in Peking und ist Distinguished Scholar der Diller-von Furstenberg Family Foundation an der Nitze School of Advanced International Studies in Washington, D.C. Er hat 15 Bücher veröffentlicht, darunter «The Pity of War» (1998) und «The Great Degeneration» Sein jüngstes Werk, «The Square and the Tower», stand auf der Bestseller-Liste der New York Times. 2003 schrieb und moderierte Niall Ferguson für den britischen Fernsehsender Channel 4 eine sechsteilige Dokumentation über das britische Weltreich. Das Buch zur Serie, «Empire: The Rise and Demise of the British World Order and the Lessons for Global Power», avancierte in Grossbritannien und in den USA zum Bestseller. Die Fortsetzung, «Colossus: The Rise and Fall of the American Empire», veranlasste das Time Magazine dazu, ihn zu einem der 100 einflussreichsten Menschen der Welt zu küren. Ausserdem schreibt er eine wöchentliche Kolumne für die Sunday Times und den Boston Globe. Niall Ferguson ist Gründer und Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Greenmantle LLC, Mitglied des Verwaltungsrats der Vermögensverwaltungsgesellschaft Affiliated Managers Group und Mitglied des Kuratoriums der New York Historical Society sowie des Centre for Policy Studies in London.

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2021

«Unsere wichtigste Aufgabe ist es, unser Katastrophenmanagement zu verbessern», sagte der britische Star-Historiker und Autor Niall Ferguson in seinem Eröffnungsreferat am SEF.2021. Der Forscher an der Hoover Institution der amerikanischen Stanford University versteht die Menschheitsgeschichte als eine einzige Folge von Desastern. Ferguson ist aber überzeugt, dass diese ständigen Katastrophen von der Menschheit gemeistert und von der Mehrheit überlebt werden können. So ordnete er auch die aktuelle Corona-Pandemie in einen grösseren Kontext ein: «Die meisten Leute werden nicht an COVID-19 sterben.» Und die Krankheit sei tatsächlich ähnlich wie eine Grippe. Genau das mache das Coronavirus aber so gefährlich. Denn es werde nicht mehr verschwinden und uns immer wieder beschäftigen.

Weiter zeigte sich Ferguson überzeugt, dass die Pandemie die Polarisierung – national und global – vorangetrieben habe. «Die Weltordnung ist dabei, sich zu verändern», mahnte Ferguson. «Der Aufstieg Chinas schreitet voran.» Dieser zentrale Fakt sei in den Köpfen der meisten europäischen Geschäftsleute leider nicht präsent genug. Wir befänden uns schon am Anfang eines zweiten kalten Krieges mit dem Westen auf der einen und China auf der anderen Seite.

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