Matteo Renzi

Ehemaliger italienischer Premierminister

Matteo Renzi ist ein italienischer Politiker des Partito Democratico (PD) und wurde 2014 Präsident des Ministerrats der Italienischen Republik - der jüngste in der Geschichte Italiens. Aufsehen erregte Renzi vor allem durch seine Reformpolitik und sein Versprechen, «jeden Monat eine Reform» umzusetzen. In seinen zwei Jahren Amtszeit erfolgten Reformen des Straf- und Zivilrechts, eine Arbeitsmarkt- und Wahlrechtsreform, ein Anti-Korruptionsgesetz, eine Bildungsreform, eine Verfassungsreform sowie eine Reform der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt. Zudem setzte sich Renzi für die Privatisierung von Staatsunternehmen und ein Gesetz zur Einführung der gleichgeschlechtlichen Partnerschaft ein. Nach dem negativen Ergebnis des Verfassungsreferendums im Dezember 2016 trat er als Premierminister zurück und aufgrund der Ergebnisse der italienischen Parlamentswahlen 2018 auch als Parteivorsitzender der PD. Von 2009 bis 2014 war er Bürgermeister von Florenz. Zuvor war er Präsident der Provinz Florenz.

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2019

«Auch in der Politik gehört die Zukunft jenen, die Risiken eingehen»

Er sei italienischer Premierminister geworden, um sein Land zu verändern, sagte ein redsamer und schlagfertiger Matteo Renzi am SEF19. Die zahlreichen Reformen, die er aufgleiste, und die angestrebte Verfassungsreform, die ihn Ende 2016 schliesslich zum Rücktritt zwang, seien dringend nötig, so der studierte Jurist im Gespräch mit Susanne Wille. Ganz Europa brauche radikale Veränderungen, nur so könne man die populistischen Parteien bekämpfen. Renzi strich verschiedene Leistungen seiner Regierung hervor. So habe er Viktor Orbán gesagt, dass Italien seine Zahlungen stoppen würde, wenn Ungarn keine Flüchtlinge aufnehme.

Weiter zeigte sich Renzi überzeugt, dass sein Land einen grösseren Glauben an die Zukunft benötige, um zu den grossen Leadern aufzuschliessen. «Wir dürfen keine Angst haben. Die Zukunft gehört jenen, die Risiken eingehen.» Schliesslich liess der erst 44-jährige Florentiner durchblicken, dass er mit der italienischen Politik noch nicht abgeschlossen hat. «In Italien kommt jeder zurück.»