Kevin Rudd

Ehemaliger Premierminister, Australien

Kevin Rudd war von 2007 bis 2010 und im Jahr 2013 Pre­mier­min­is­ter Aus­traliens und von 2010 bis 2012 Aussen­min­is­ter. Als glob­ale Autorität in Sachen Chi­na ist er heute Präsi­dent und Geschäfts­führer der Asia Soci­ety in New York und seit 2015 auch Präsi­dent des Asia Soci­ety Pol­i­cy Insti­tute. Seine Kar­riere begann als Chi­naforsch­er und aus­tralis­ch­er Diplo­mat in Peking. Als Pre­mier­min­is­ter Aus­traliens leit­ete er die aus­tralis­che Reak­tion auf die glob­ale Finanzkrise, die vom IWF als die effek­tivste Kon­junk­turstrate­gie aller Mit­gliedsstaat­en bew­ertet wurde und war Mit­be­grün­der der G20. Er liefert regelmäs­sig Beiträge für die inter­na­tionalen Medi­en zu den The­men inter­na­tionale Beziehun­gen, Kli­mawan­del und Chi­na. Er tritt regelmäßig bei BBC, CNN, CNBC, Fox und Bloomberg auf.

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2022

«China ist der Meinung, dass Russland für den Krieg zu schlecht vorbereitet war»

Chi­na werde Ende der 2020er oder Anfang der 2030er Jahre Tai­wan angreifen und ein­nehmen wollen, zeigte sich Kevin Rudd in seinem Keynote-Refer­at in Inter­lak­en am SEF überzeugt. Von diesem langfristi­gen Plan werde sich die ostasi­atis­che Gross­macht auch durch die Prob­leme Rus­s­lands in der Ukraine nicht abbrin­gen lassen, so der ehe­ma­lige aus­tralis­che Pre­mier­min­is­ter und Chi­na­ex­perte. Die Chi­ne­sen seien der Mei­n­ung, dass sich Rus­s­land für den Krieg bess­er hätte vor­bere­it­en müssen und ins­ge­samt zu abhängig sei. «Chi­na ist viel unab­hängiger als Rus­s­land», betonte Rudd denn auch, sehe die Russen aber als langfristi­gen Rohstoff- und Waren­liefer­an­ten. Für den Fall, dass sich die USA, wie von Präsi­dent Biden angekündigt, tat­säch­lich ein­mis­chen wür­den bei einem Angriff auf Tai­wan, würde es nicht bei einem lokalen Kon­flikt bleiben, son­dern zu einem gross­flächi­gen Krieg führen, warnte Rudd. 

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