Carlo Rovelli

Theoretischer Physiker, Universität Aix-Marseille

Carlo Rovelli wurde in Italien geboren und ist theoretischer Physiker. Er studierte in Bologna und Padua und arbeitete an mehreren Universitäten in den USA sowie in Italien und Frankreich. Derzeit ist er an der Universität Aix-Marseille tätig, wo er die Forschungsgruppe zur Quantengravitation am Zentrum für Theoretische Physik in Luminy leitet. Er ist einer der Begründer der Schleifen-Quantengravitation (Loop Quantum Gravity), einer Theorie, die am ehesten in der Lage ist, die Relativitätstheorie von Einstein mit der Quantenmechanik zu verbinden. In den letzten Jahrzehnten schrieb Rovelli Bücher für die breite Öffentlichkeit, die globale Bestseller waren. Sein Werk «Seven Brief Lessons on Physics», das in 41 Sprachen übersetzt wurde, verkaufte sich mehr als eine Million Mal. Die Zeitschrift Foreign Policy nahm Rovelli in ihrer Liste 2019 der 100 einflussreichsten «Global Thinkers» auf.

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2019

«Den grössten Bedrohungen optimistisch begenen, bedeutet, sie zu bekämpfen»

Der theoretische Physiker Carlo Rovelli sprach in seinem Keynote-Referat über den Optimismus, der die Wissenschaft treibt. «Wissenschaftler vertrauen darauf, dass man in Zukunft etwas wird wissen können, das man jetzt noch nicht weiss», führte der Italiener, der an der Universität Aix-Marseille forscht, aus. Weiter unterstrich Rovelli am SEF19, dass die grossen Gefahren, die die Menschheit bedrohen und auf welche die Wissenschaftler seit Jahren hinweisen, absolut real sind. «Wir übertreiben nicht», so der Autor mehrerer poplulärwissenschaftlicher Bücher. Um den Klimawandel effektiv zu bekämpfen und einen drohenden Nuklearkrieg abzuwenden, müsse man alle Kräfte weltweit bündeln und zusammenarbeiten. Rovelli forderte die SEF-Teilnehmenden auf, als Führungskräfte und Wirtschaftsvertreter auch ihren Teil dazu beizutragen. «Der einzige Weg, diesen grossen Bedrohungen optimistisch zu begegnen, ist, gemeinsam Lösungen zu finden.»