Alex Younger

Ehemaliger Chef des Secret Intelligence Service

Sir Alex Younger ist der ehemalige Chef des Secret Intelligence Service, auch als MI6 bekannt. Er hat seine Führungsrolle sechs Jahre lang, von 2014 bis 2020, ausgeübt und wurde 2019 zum dienstältesten MI6-Chef seit 50 Jahren. Sir Alex Younger kam 1991 zum MI6. Er war auf Auslandsposten in Europa und im Nahen Osten im Einsatz, bevor er leitender Offizier in Afghanistan wurde. Einen Grossteil seiner Karriere verbrachte er als Spion und arbeitete Undercover als Diplomat in vielen Ländern. 2009 wurde Sir Alex Younger Leiter der Terrorismusbekämpfung und war dabei insbesondere für die Sicherheit während der Olympischen Sommerspiele 2012 in London verantwortlich. 2014 wurde er Chef des britischen Geheimdienstes, eine Position, die unter dem Kürzel «C» bekannt ist. Vor seiner Laufbahn beim MI6 studierte er Wirtschaftswissenschaften an der University of St Andrews und wurde 1986 bei den Scots Guards aufgenommen, bevor er 1989 zum Captain befördert wurde. Sir Alex Younger zeigt sich sehr interessiert daran und hat genaueste Kenntnisse darüber, wie die Bürger vor künftigen Sicherheitsbedrohungen geschützt werden können. Er ist der Ansicht, dass dabei die Beherrschung der wichtigsten neuen Technologien wie der künstlichen Intelligenz, der Quantenbiologie und der synthetischen Biologie von entscheidender Bedeutung sein wird.

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2021

«Wir müssen mit Afghanistan trotz aller Vorbehalte in Kontakt bleiben – auch die Taliban haben letztlich Appetit auf Konversation»

«Cyberangriffe sind heute ein existentielles Risiko für westliche Organisationen», zeigte sich Sir Alex Younger am SEF.2021 überzeugt. Die Schwachstelle sei dabei nicht die Technologie, sondern ein Kultur- und Führungsproblem, so der ehemalige Chef des britischen Secret Intelligence Service (MI6). Oft fühle sich niemand zuständig, obwohl die Attacken immer grösser und verheerender würden. Wichtig sei, dass man den Ernstfall simuliere, um gerüstet zu sein. Der 58-Jährige hat vor Kurzem eine Cybersecurity-Firma in der Schweiz gegründet.

Zu den Entwicklungen in Afghanistan nach dem Rückzug der amerikanischen Truppen sagte Young: «Es war leider sehr wahrscheinlich, dass das passieren würde. Von der Geschwindigkeit des Einbruchs der afghanischen Armee waren die Taliban aber genauso überrascht wie wir.» Younger denkt, dass es ein grosser Fehler wäre, wenn der Westen Afghanistan nun komplett den Rücken komplett zukehren würde. Man könne und müsse mit den Taliban sprechen, auch wenn man ihre mittelalterlichen Praktiken natürlich nicht tolerieren dürfe. Auch die Taliban selbst wüssten, dass sie eine Strategie haben und zum Beispiel die Wirtschaft zum Laufen bringen müssen, um an der Macht zu bleiben.

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