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Der Höhepunkt kam am Schluss: Das Publikum begrüsste Kofi Annan mit einem langen und warmen Applaus. In einer eindringlichen Rede rief der Friedensnobelpreisträger in Erinnerung, dass wir alle im gleichen Boot sitzen. Ein einzelnes Land könne den globalen Herausforderungen nicht mehr alleine begegnen. Weder die Klimaerwärmung noch den internationale Terrorismus liesse sich von einem einzelnen Land lösen. Das gleiche gelte für den Kampf gegen die Armut. Die Armut bezeichnete der ehemalige UNO-Generalsekretär als die grösste Gefahr für Sicherheit und Wohlfahrt. Es gehe nicht, dass einzelne Unternehmen grosse Gewinne erwirtschaften, während viele Menschen keinen Zugang zum Arbeitsmarkt haben und in Armut leben. Für ihn ist klar, dass die Globalisierung nicht alle wirtschaftlichen Probleme der Welt automatisch löst. Als Ergänzung seien zusätzliche Massnahmen gefragt, um denjenigen zu helfen, die nicht von der Globalisierung profitieren. Auch hier müssten die Staaten kooperieren. Als Dank für «alles, was er für die Welt getan hat», überreichte Adolf Ogi den ersten Swiss Economic Award an Kofi Annan. |
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Der Berner Regierungsrat Andreas Rickenbacher hat die Gäste zum zweiten Tag des SEF 2007 begrüsst. Er zeigte sich erfreut, dass so zahlreiche Wirtschaftsführer ans SEF kamen. In seinem Referat verwies er auf die Instrumente der Kommunikationstechnologie, deren Entwicklung in den letzten Jahren den Status Quo stark veränderte. Auch in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung in Asien und Europa, die demografische Tendenz in der Schweiz, die ökologischen Fragen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf rief er das Publikum auf, offen zu sein für Neues. Gerade als Entscheidträger in Politik und Wirtschaft sei die Verantwortung gross, sich für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen. Getreu dem Motto des chinesischen Philosophen Lao Tse empfahl er: «Fürchte dich nicht vor der Veränderung, eher vor dem Stillstand.» |
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Welche Botschaften kann der erste Mensch, der sowohl den Nord- als auch den Südpol auf dem Landweg erreichte, den Schweizer Wirtschaftsführern weiter geben? Sir Ranulph Fiennes, britischer Forscher, Extremsportler und Bestseller-Autor, ist ein Vorbild für Durchhaltewillen, Leidenschaft und britischen Humor. In seinem Auftritt erzählte er mit viel Ironie von den Schwierigkeiten während seinen zahlreichen Expeditionen auf der ganzen Welt. In der Arktis zum Beispiel musste der «Officer of the British Empire» acht Monate warten, um seinen Weg fortsetzen zu können. Wichtig sei immer gewesen, schneller zu sein und dabei mehr Aufmerksamkeit zu erregen als die anderen. Er habe immer versucht, den Status Quo nicht zu akzeptieren, ihn zu überwinden und die Grenzen des Machbaren neu zu definieren. So hatte er es immer wieder geschafft, Sponsoren zu gewinnen, die seine Expeditionen finanzierten. |
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Er war Chefredaktor, Nationalrat, Oberst im Militär und ist jetzt erfolgreicher Unternehmer. Sein Lebensweg ist genau so beeindruckend wie die Performance seiner Arbonia-Forster-Holding. Deren Wert hat innert weniger Jahre um 600% zugenommen. Edgar Oehler führte seinen Erfolg darauf zurück, dass er schon in seiner Jugend wusste, dass er etwas in seinem Leben bewegen wolle. Wer Ziele habe, sich selber treu bleibe und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lasse, könne etwas bewegen und so den Status Quo verändern. Sogar Saddam Hussein hatte er ohne offizielles Mandat getroffen, um Schweizer Geiseln zu befreien. Edgar Oehler warnte in seinem Referat vor dem totalen Stillstand: Ohne Bewegung keine Entwicklung. Um zu bewegen, müsse man führen. Und um führen zu können, brauche es Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit und Überzeugungskraft. Er appellierte insbesondere an die Medien, ihre grosse Verantwortung wahr zu nehmen und nicht zu manipulieren. |
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Mit einem Taschenmesser amputierte sich ein Bergsteiger seinen Arm. Diese Meldung ging um die Welt, mit seiner Tat wurde US-Bergsteiger Aron Ralston letztes Jahr weltbekannt. Am SEF erzählte er dem gebannten Publikum noch einmal, wie er die dramatischsten Tage in seinem Leben erlebt hatte: Ein Felsbrocken stürzte herunter und klemmte seinen Arm ein. Fünf Tage wartete er vergeblich auf Hilfe, seine Verpflegung ging aus, und er musste seinen Urin trinken, um nicht zu verdursten. Eine göttliche Eingebung rettete dann sein Leben. Aron Ralston entschied sich, sich seinen Arm abzuschneiden. Weil sein Messer zu wenig scharf war für seine Knochen, musste er sich diese brechen. Dann schnitt er sich durch das Fleisch und befreite sich so. Obwohl Aron Ralston seine Hand verlor, gewann er sein Leben für ein zweites Mal. Für ihn keine Tragödie, sondern ein Wunder. Er entschied sich, an dieser Erfahrung zu wachsen und sein Leben zu ändern. Mit diesem einschneidenden Erlebnis habe er erkannt, wie wichtig Beziehungen im Leben seien: Zu Freunden, zur Familie, zu Gott und zur Natur. |
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Die Fraisa SA, ein traditionelles Familienunternehmen, verkauft Produkte in der ganzen Welt. Sogar die Formel 1 setzt auf ihre hochpräzisen Werkzeuge. Der Exportanteil beträgt heute über 75%. Josef Maushart steht mit seiner Firma als Beispiel für die dynamische Exportindustrie in der Schweiz. Fraisa SA ist so innovativ, dass sie pro Arbeitstag zwei bis drei neue Produkte entwickelt. Dies sei nur dank motivierter Mitarbeiter möglich. Diese können sich auf die Fraisa SA verlassen. Für Josef Maushart gehe es als Schweizer KMU nämlich nicht alleine um die Optimierung der EBIT-Marge. Seine Unternehmung lebe Partnerschaft – mit den Mitarbeitern, mit den Lieferanten und mit den Kunden. So sind diese eng bei der Produktionsentwicklung involviert. In den nächsten Jahren will Fraisa SA 200 neue Arbeitsplätze schaffen. Für ihre herausragenden wirtschaftlichen Leistungen wurde die Fraisa SA vom SEF mit dem «KMU High Flyer» ausgezeichnet. |
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Was schmiert die Wirtschaft? Was macht den Erfolg möglich? Für Bruder Paulus, Kapuzinermönch und bekannter Online- und TV-Priester, gibt es darauf nur eine Antwort: Das gegenseitige Vertrauen. Wir Menschen seien vom gleichen Fleisch, voneinander abhängig und können nicht ohne den anderen sein. Er rief dazu auf, den Weg gemeinsam zu gehen und zu leben. Und zwar so, dass alle Menschen davon profitieren. Konkurrenz heisse nicht, den anderen auszustechen, sondern vielmehr seinen Platz im Wettbewerb der Eigenschaften zu finden und gemeinsam zu wachsen. Am Beispiel seiner Agenda fragte Bruder Paulus das Publikum, nach welchen Kriterien sie ihre Termine eintragen. Er empfahl, sich vermehrt Zeit zu nehmen für diejenigen, die Kraft geben. Es gehe darum, sich gegenseitig zu beflügeln. Es gehe nicht darum, sich gegenseitig abzugrenzen und nur für sich zu schauen. |
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Was im Kopf eines Buchhalters im Tourismusbüro in Montreux begann, ist seit 1966 zu einem der renommiertesten Musik-Festivals der Welt geworden. Heute kommen jährlich 150 000 Besucher nach Montreux. Ableger davon gibt es mittlerweile auf vier Kontinenten, ohne dass dafür je Werbung gemacht wurde. Verantwortlich dafür: Claude Nobs, der am SEF als Überraschungsgast auftrat. In den letzten 40 Jahr sind die besten Musiker nach Montreux gekommen. Wie er das geschafft hat, wie er zur Musik kam und warum er selber Musiker wurde, liess er das Publikum während seines Referats wissen: «Das Angebot muss einzigartig sein, und die Künstler müssen die totale Freiheit haben. Keine Polizeistunde darf sie einschränken.» Zum Abschluss gab er mit seiner Mundharmonika ein Lied zum Besten. |
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Die Würfel sind gefallen: Tec Sem, Iglu-Dorf und Lolox sind die Gewinner des diesjährigen Swiss Economic Award, dem bedeutendsten Jungunternehmerpreis der Schweiz. Die Jury unter der Leitung von Carolina Müller-Möhl hat den mit 75’000 Franken dotierten Swiss Economic Award in den Sparten Hightech/Biotech (Tec Sem), Dienstleistungen (Iglu-Dorf) und Produktion/Gewerbe (Lolox) vergeben. Jede der ausgezeichneten Firma erhielt 25'000 Franken. Um den 9. Swiss Economic Award hatten sich Unternehmen aus der ganzen Schweiz beworben. Mit der Verleihung dieses Preises wollen die Veranstalter Qualität und Professionalität der Jungunternehmen sowie die Verbreitung und Durchsetzung von cleveren Ideen und Projekten fördern. |
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In den Arabischen Emiraten, in Ägypten, in Jordanien, Oman ist Samih Sawiris bereits aktiv. In seinem Referat hat der sympathische Unternehmer seine Herkunft, seine künstlich kreierten Städte und seine weiteren Pläne vorgestellt. In El-Gouna zum Beispiel leben heute 10'000 Menschen, was ihn sehr stolz mache. Was in Ägypten bestens funktioniert, soll nun auch in den Schweizer Alpen Erfolg haben. In Andermatt hat der ägyptische Milliardär Grosses im Sinn. Er will in Andermatt mehrere Millionen Franken in ein grosses Tourismus-Ressort investieren. In Ergänzung zum jetzigen intakten Dorf soll ein Komplex mit Hotels, Sport- und Wellness-Anlagen und Golfplatz entstehen. So könne eine kritische Grösse erreicht werden. Er sieht Andermatt in 10 Jahren so, wie St. Moritz vor 35 Jahren aussah. Leider könne er mit dem Bauen noch nicht loslegen. |
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«Die Entscheidung liegt bei dir!» Das Prinzip der Selbstverantwortung gilt für Dr. Reinhard K. Sprenger, Führungsexperte und Bestseller-Autor, sowohl für das Alltags- als auch auf das Berufsleben. In seinem Referat erklärte er, nebst den selbstverantwortlichen Mitarbeitern benötigten Unternehmen vor allem selbstverantwortliche Manager, die sich und ihren Führungsstil hinterfragen. Er führte aus, was die Arbeitsmoral prägt: Das, was Vorgesetzte tun, und das, was Vorgesetzte nicht tun, beeinflusse die Unternehmenskultur. Nicht das, was Vorgesetzte erzählen. Vorbildliche Taten statt schöner Worte. Er empfahl den Anwesenden, bei der Anstellung neuer Mitarbeiter auf deren Einstellung zu achten. Für ihn ist eine Führungskraft gut, wenn sie die Herzen ihrer Mitarbeitenden erreicht. Es sei ein Fehler, sich in der Führungsarbeit nur auf die Inhaltsebene zu konzentrieren, ohne die Beziehungsebene und den Eigenwert der Mitarbeitenden zu berücksichtigen. |
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Die Teilnehmer des «CEO-Podiums», Simonetta Sommaruga, Prof. Dr. Giorgio Behr und Peter Spuhler, mussten sich gleich zu Beginn messen. Moderator Erich Gysling forderte nämlich das Publikum auf, ihre Rezepte zu den wichtigsten Herausforderungen und Prioritäten der Zukunft zu benoten. Peter Spuhler setzte sich für die Zuwanderung gut ausgebildeter Fachkräfte aus der EU ein. Mehr auf Ausbildung als auf Einwanderung setzte Simonetta Sommaruga. Die Schweiz tue zu wenig für die Berufsbildung. Giorgo Behr prangerte vor allem die Differenz zwischen den Bedürfnissen der Wirtschaft und der Wahl der Fächer in den Mittelschulen an. Er plädierte für eine Verschiebung der Schwergewichte: mehr Naturwissenschaft, weniger musische Fächer. Für keinen der Podiumsteilnehmer waren die Verkäufe Schweizer Konzernen an ausländische Investoren ein grundsätzliches Problem. Wie im gestrigen Podium herrschte beim Thema Landwirtschaft auch heute keine Einigkeit. Die Geister schieden sich ebenfalls beim Thema der Parallelimporte. |
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